Erntedank - von Gott BESCHENKT

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DankbarkeErntedankfestit für alles, was unser Leben ausmacht - darum geht es beim Erntedankfest. Doch wie hat sich dieses in der Geschichte entwickelt, welche Bräuche werden gepflegt und was hat das alles mit einem ganz besonderen Heiligen zu tun, dessen Gedenktag wir im Oktober begehen?

Geschichte des Erntedankfests

Schon in vorchristlicher Zeit gab es ähnliche Feste und Bräuche; die heute gebräuchliche, traditionelle Feier nach der herbstlichen Ernte, um Gott für Seine Gaben zu danken ist seit dem 3. Jh. belegt. Es soll uns dadurch auch bewusst werden, dass alles, was wir zum Leben brauchen, nicht allein aus unserer menschlichen Kraft stammt.

Brauchtum zum Erntedankfest

Im Rahmen des Gottesdienstes werden die Erntekrone, Erntesträußchen für die Messbesucher sowie die mitgebrachten Erntegaben gesegnet. Im 18. Jh. etwa war es Brauch, den bäuerlichen Arbeitskräften nach Abschluss der Ernte einen Kranz aus geflochtenem Getreide zu überreichen und sie zu einem Festessen einzuladen. Die pfarrlichen Erntedankfeste sind durch den Festgottesdienst, manchmal eine Prozession und ein anschließendes Pfarrfest gekennzeichnet.

Zum Nachdenken

In besonderer Weise beschenkt von der Schöpfung hat sich auch der Hl. Franz von Assisi gefühlt, dessen Gedanktag wir am 04.10. gefeiert haben. Von ihm stammt der "Sonnengesang", in dem er Gott durch seine Schöpfung lobt:

Sonnenblume
Höchster, allmächtiger und guter Herr, dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehr.
Herr, sei gelobt durch Bruder Sonne, er ist der Tag, der leuchtet für und für. Er ist dein Glanz und Ebenbild, o Herr.
Herr, sei gelobt durch unsre Schwester Mond und durch die Sterne, die du gebildet hast. Sie sind so hell, so kostbar und so schön.
Herr, sei gelobt durch unsren Bruder Wind, durch Luft und Wolken und jeglich Wetter. Dein Odem weht dort, wo es ihm gefällt.
Herr, sei gelobt durch Schwester Wasser, sie ist gar nützlich, demutsvoll und keusch. Sie löscht den Durst, wenn wir ermüdet sind.
Herr, sei gelobt durch Bruder Feuer, der uns erleuchtet die Dunkelheit und Nacht. Er ist so schön, gar kraftvoll und auch stark.
Herr, sei gelobt durch Mutter Erde, die uns ernährt, erhält und Früchte trägt, die auch geschmückt durch Blumen und Gesträuch.
Herr, sei gelobt durch jene, die verzeihn, und die ertragen Schwachheit, Leid und Qual. Von dir, du Höchster, werden sie gekrönt.
Herr, sei gelobt durch unsern Bruder Tod, dem kein Mensch lebend je entrinnen kann. Der zweite Tod tut uns kein Leide an.
Lobet und preiset den Herrn in Dankbarkeit und dienet ihm mit großer Demut.

Dieses Gebet hat er nicht - wie man vielleicht vermuten könnte - als junger, gesunder Mann verfasst, sondern kurz vor seinem Tod, als er fast blind und schwer krank war. Trotz allem fühlt er sich so sehr in Gott geborgen, dass er angesichts der Schönheit der Schöpfung anfängt, ihn zu loben - er fühlt sich von Gott BESCHENKT und kann dadurch zum Vorbild für uns alle in unseren ganz persönlichen Sorgen und Herausforderungen werden.

Einladung zum Mitfeiern

Beim Erntedankfest in unserer Pfarre am 14.10. wollen wir in der Familienmesse  um 10:30 Uhr DANKE sagen für alles, was unser Leben schön und reich macht und zugleich aber auch voll Vertrauen unsere Bitten zu ihm bringen. Auch zum anschließenden Erntedankfest sind alle herzlich eingeladen!

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